mucoderm®

Azelluläre dermale Kollagenmatrix

mmucoderm® ist eine aus porciner Dermis gewonnene, dreidimensionale Matrix mit hoher mechanischer Reißfestigkeit und Volumenstabilität. Sie besteht aus einem natürlichen Gerüst aus Typ I und III Kollagen, das strukturell dem humanen Bindegewebe stark ähnelt.
Durch den mehrstufigen, intensiven Reinigungsprozess, ist die mucoderm® eine sichere Alternative zum autologen Weichgewebetransplantat in zahlreichen Indikationen des Weichgewebeaufbaus.

Nach der Implantation wird mucoderm® in patienteneigenes Weichgewebe umgebaut.

Die Leitschiene für einwachsende Zellen und Blutgefäße

Die hohe interkonnektierende Porosität und native Kollagenstruktur der mucoderm® dient als exzellente Leitschiene für einwachsende Blutgefäße und Zellen. So wird eine schnelle Revaskularisation und Gewebeintegration unterstützt [5].

 

Aktivierte, migrierende und proliferierende Endothelzellen locken mittels Signalmolekülen Blutgefäße aus dem umgebenden Gewebe an, die in die mucoderm® einwachsen. Gleichzeitig adhärieren Fibroblasten an der Matrix und besiedeln diese. Verbunden mit der simultanen Degradation der mucoderm® wird sie so innerhalb von 6-9 Monaten nach und nach durch patienteneigenes Gewebe ersetzt [3].

 

mucoderm® ist ein Medizinprodukt, das entsprechend den EC-Richtlinien reguliert wird.

KLINISCHE ANWENDUNG

NEU: Periimplantäre Weichgewebeaugmentation mit mucoderm® und Emdogain®

Dr. Algirdas Puisys, Privatklinik Vilnius, Litauen

Verdickung des periimplantären Weichgewebes

Dr. Algirdas Puisys, Privatklinik Vilnius, Litauen

Behandlung multipler Rezessionsdefekte mit einem modifizierten koronal verschobenen Tunnel (MCAT Technik)

Dr. Raluca Cosgarea, Universität Marburg, Deutschland und Prof. Dr. Dr. Anton Sculean, Universität Bern, Schweiz

EIGENSCHAFTEN

  • Schnelle Revaskularisierung und Gewebeintegration
  • Weichgeweberegeneration und -augmentation ohne autologe Gewebeentnahme am Gaumen
  • Vollständiger Umbau in patienteneigenes Weichgewebe innerhalb von 6-9 Monaten
  • Einfache Anwendung und Fixierung mit Nähten
  • Form und Größe können einfach angepasst werden

FORTBILDUNG

Köln, 9. Nov. 2019

Stefan Fickl, Kai Fischer: Weichgewebemanagement in der Parodontologie und Implantologie

Barranquilla, 9. Sept. 2019

59th ACPO annual Seminar – The use of acellular dermal matrices in the soft tissues management around teeth and implants Martina Stefanini

Mehr Events unter botiss-academy

INDIKATIONEN

mucoderm® kann in einer Vielzahl von parodontologischen und implantologischen Indikationen alternativ zum Bindegewebstransplantat oder freien Schleimhauttransplantat angewendet werden. Die Anwendung der mucoderm® ist besonders dann von Vorteil, wenn autologes Gewebe nicht in ausreichender Menge oder Qualität zur Verfügung steht (z.B. bei Patienten mit dünnem Bindegewebstyp oder flachem Vestibulum oder bei der Behandlung multipler Rezessionen) oder der Patient aus Angst vor dem Eingriff einer Entnahme von autologem Gewebe nicht zustimmt.

 Implantologie, Parodontologie und Oral- und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

  • Behandlung von Rezessionsdefekten
  • Weichgewebeaufbau in Kombination mit einer GBR-Behandlung
  • Verbreiterung der befestigten Gingiva
  • Verschluss von Extraktionsalveolen (Socket Seal Technik)
  • Verdickung des periimplantären Weichgewebes
DETAILS

SPEZIFISCHE FAKTEN

Höchste Sicherheit

Der spezielle, zertifizierte, mehrstufige Reinigungsprozess der mucoderm® entfernt effektiv alle nicht-kollagenen Proteine und Zellen sowie potentiell vorhandene immunogene Bestandteile, Bakterien und Viren. mucoderm® ist daher ein absolut reines und sichere Produkt bestehend aus Typ I und III Kollagen.

 

mucoderm® ist ein Medizinprodukt, dass entsprechend den EC-Richtlinien reguliert wird.
Die Herstellung unterliegt einem auf internationalen Standards basierenden Qualitätskontrollsystem (z.B. EN ISO 13485) und wird regelmäßig durch die Benannten Stellen und zuständigen Behörden kontrolliert.

Native Kollagenstruktur

Bild6

mucoderm® ist eine native Kollagenmatrix, was bedeutet, dass die natürlichen Eigenschaften des Ursprungsgewebes während der Prozessierung erhalten bleiben.

 

Dieser Produktionsprozess ist die Basis für die hervorragenden Anwendungseigenschaften der mucoderm® wie ihrer Reißfestigkeit und Volumenstabilität. Der Erhalt der natürlichen Struktur ist auch der Grund dafür, dass mucoderm® eine starke Ähnlichkeit zur Architektur der humanen Dermis zeigt [1], und sich damit sehr gut als Alternative zum autologen Gewebetransplantat eignet.

Ausgezeichnete Biokompatibilität

Die Biokompatibilität der mucoderm® wurde unter anderem durch einen MTT in vitro Viabilitätstest bestätigt [5]. Ab dem sechsten Tag nach dem Aussähen der Zellen zeigten gingivale Fibroblasten, Endothelzellen und Osteoblasten auf mucoderm® eine signifikant höhere Viabilität im Vergleich zur Kontrollgruppe (p<0,05).

Gewebeintegration, Revaskularisation und Degradation

mucoderm® zeichnet sich durch eine offen-poröse Kollagenstruktur aus, die unter anderem mit Hilfe der innovativen synchrotron-basierten Röntgentomografie dargestellt wurde [2].

 

mucoderm_synchrotron

Synchrotronstrahlen-basiertes Röntgenbild zeigt die poröse Struktur der mucoderm®

Diese einzigartige Struktur macht mucoderm® zu einer idealen Leitschiene für das Einwachsen von Blutgefäßen und Zellen und unterstützt eine schnelle Revaskularisation und Gewebeintegration.

 

Gewebeintegration und Degradation wurden in einem Tiermodell (Ratte) durch Prof. Dr. Dr. Daniel Rothamel untersucht [3]. Nach nur zwei Wochen zeigt mucoderm® ein ausgeprägtes Einwachsen von Blutgefäßen in die Matrix sowie eine entzündungsfreie Einheilung mit oberflächlicher Zellinvasion. In den folgenden acht Wochen kann eine kontinuierliche Degradation der Matrix mit fortschreitender homogener Zellverteilung beobachtet werden. Nach acht Wochen stehen immer noch 20% des ursprünglichen Matrixvolumens als Leitschiene für die Bildung und Reorganisation des Bindegewebes zur Verfügung. Nach 12 Wochen ist mucoderm® nahezu vollständig durch neugebildetes Bindegewebe ersetzt.


mucoderm-histo1_small

Nach zwei Wochen Einheilzeit zeigt mucoderm® eine sehr gute Gewebeintegration und initiale 
Zellinvasion

mucoderm-histo2_small

Nach 12 Wochen kann ein vollständiges Remodeling der mucoderm® und entzündungsfreies Bindesgewebe beobachtet werden


Offene Einheilung der mucoderm®

mucoderm® sollte nur dann offen einheilen, wenn eine Revitalisierung durch das umgebende Gewebe oder unterliegende Wundbett sichergestellt ist.

Bei der Anwendung der mucoderm® zur Behandlung von Rezessiondsdefekten sollte eine Exposition stets vermieden werden.
Eine offene Einheilung ist bei der Anwendung in Kombination mit einer Vestibulumplastik  möglich. In diesem Fall sollte die mucoderm® eng am unterliegenden Periost fixiert werden. Auf diese Weise kann die befestigte Gingiva verbreitert werden, eine Gewebeverdickung erfolgt allerdings nicht.

 

Eine offene Einheilung ist auch möglich, wenn nur geringe Anteile der Matrix freiliegen und eine Revaskularisierung durch die Lappenränder oder das unterliegende Wundbett erfolgen kann.

 

Bitte beachte Sie, dass die Degradationszeit vom Grad der Exposition abhängt und durch bakterielle Kontamination und Resorption wesentlich schneller stattfinden wird.

Rehydrierungsprotokoll

mucoderm_rehydrationmucoderm® sollte vor der Anwendung immer in steriler Saline, Defektblut oder Thrombozytenkonzentrat rehydriert werden. Die Zeit der Rehydrierung hängt von der angewendeten Technik bzw. der benötigten oder gewünschten Flexibilität des Transplantates ab und sollte für 5 bis 20 Minuten erfolgen. Die Flexibilität der Matrix nimmt mit steigender Rehydrierungszeit zu. Das Rehydrierungsprotokoll und sein Einfluss auf die biomechanischen Eigenschaften der mucoderm® wurden in einer Studie von Prof. Dr. Adrian Kasaj untersucht [4].

Trimmen der mucoderm®

Die Größe der mucoderm® sollte an die spezifische Situation angepasst werden.

 

Die Matrix kann mit Hilfe einer Schere oder eines Skalpells zugeschnitten werden, vorzugsweise nach der Rehydrierung und stets unter Wahrung der Sterilität.

 

mucoderm_trimming

Getrimmte mucoderm® für die Anwendung mit der Mesh-Graft Technik

Fixierung der mucoderm®

Um Mikrobewegungen zu verhindern und eine ungestörte Einheilung zu gewährleisten, sollte mucoderm® nach der Anwendung stets stabilisiert werden.

 

Wenn ein Spaltlappen präpariert wird, sollte mucoderm® auf dem intakten Periost vernäht werden um einen engen Kontakt der Matrix mit dem periostalen Wundbett sicher zu stellen. Hierfür können Einzelknopfnähte oder Kreuznähte verwendet werden. Die Verwendung von resorbierbarem Nahtmaterial wird empfohlen.

Lappenpräparation für die Rezessionsdeckung

mucoderm® kann in Kombination mit allen gängigen mukogingivalen chirurgischen Techniken angewendet werden, z.B. dem koronalen Verschiebelappen oder der Tunneltechnik. Klassische koronale Verschiebelappen oder der modifizierte koronale Verschiebelappen ermöglichen eine besonders gute Übersicht über die präparierte Empfängerstelle und erleichtern die Repositionierung des Lappens über der mucoderm®.

 

Der präparierte Lappen sollte ausreichend mobilisiert werden um einen Zug auf das Weichgewebe zu vermeiden: bei der Anwendung der mucoderm® zur Rezesssionsdeckung muss besonderer Wert auf eine vollständige Abdeckung der Matrix und einen spannungsfreien Wundverschluss gelegt werden.

 

Eine ausreichende Gefäßversorgung des Lappens [6] ist ein kritischer Faktor um ein gute Revaskularisierung der mucoderm® zu erreichen. Insbesondere sollten Spaltlappen so dick sein, dass seine Revitalisierung der Matrix sichergestellt ist und ein Umbau in körpereigenes Bindegewebe erfolgen kann.

Post-operative Nachsorge

Nach der Operation sollte jegliches mechanisches Trauma der behandelten Stelle vermieden werden. Patienten sollten die Zähne im betroffenen Gebiet für 4 Wochen nicht putzen. Eine Plaqueprävention kann durch Spülen mit einer 0,2%igen Chlorhexidinlösung (zweimal täglich) erreicht werden.

Produkt Spezifikationen

Art.-Nr. Größe Inhalt
701520 15 × 20 mm 1 × Matrix
702030 20 × 30 mm 1 × Matrix
703040 30 × 40 mm 1 × Matrix
710210 Ø 10 mm 1 × Punch

Sie werden auf den Straumann e-Shop weitergeleitet

LITERATURE

[1] Ramachandra SS, Rana R, Reetika S, Jithendra KD. Options to avoid the surgical site: a review of literature. Cell Tissue Bank Bank 2014, 15(3): 297-305.
[2] Pabst AM, Wagner W, Kasaj A, Gebhardt S, Ackermann M, Astolfo A, Marone F, Haberthür D, Enzmann F, Konerding M A. Synchrotronbased X-ray tomographic microscopy for visualization of three-dimensional collagen matrices. Clin Oral Investig 2015, 19(2):561-4.
[3] Rothamel D, Benner M, Fienitz T, Happe A, Kreppel M, Nickenig HJ and Zöller JE Biodegradation pattern and tissue integration of native and cross-linked porcine collagen soft tissue augmentation matrices – an experimental study in the rat. Head and Face 2014, 10:10.
[4] Kasaj A, Levin L, Stratul SI, Götz H, Schlee M, Rütters CB, Konerding MA, Ackermann M, Willershausen B, Pabst AM.The influence of various rehydration protocols on biomechanical properties of different acellular tissue matrices. Clin Oral Invest. 2015.
[5] Pabst AM, Happe A, Callaway A, Ziebart T, Stratul SI, Ackermann M, Konerding MA, Willershausen B, Kasaj A. In vitro and in vivo characterization of porcine acellular dermal matrix for gingival augmentation procedures. Periodont Res. 2014, 49(3): 37-81
[6] Mörmann W, Ciancio SG. Blood supply of human gingiva following periodontal surgery. A fluorescein angiographic study. J Periodontol. 1977 Nov;48(11):681-92